Setzen sie sich bequemer hin !


Guten Tag Madame.


Wie sie merken, nunja – ich hoffe sie merken es, stehe ich hier vor ihnen und ich weiß wirklich nicht ob alles klappen wird. Lassen sie uns es einfach versuchen. Lassen sie uns versuchen einen magischen Moment her zu stellen.


Nunja, Madame. Ich beginne einfach. Ich hoffe sie sitzen gut und haben ihre Ohren geputzt. Wenn nicht – hier sind ein paar Wattestäbchen für sie. Madame, fragen sie sich was das soll ? Ich sag es ihnen : Ich weiß es nicht.


Ein schöner Tag, warten sie – ich verbessere mich, ein Tag. Die Sonne schien etwas und die Wolken lachten den Himmel an. Der Wind spielte ein Lied, aber man konnte ohne Jacke rum rennen. Ich treffe ein Mädchen. Ich kenne sie nicht. Ich habe ihr ein Poster gemacht und erkenne sie sofort an ihrem Lächeln. Wir umarmen uns. Fangen sofort an zu reden und lachen. Reden über alles mögliche. Wir machen einen kurzen Zeitsprung, Madame . Sie fragte mich ob sie ihre Hose ausziehen sollte. Man sollte dazu sagen das wir auf der Platte vorm' Dom sassen. Ich lachte s ie an und bejahte. Warum ich das machte ? Warum sollte ich nicht. Nunja, sie tat wie sie sagte. Madame, machen sie sich keine Sorgen sie hatte eine Boxershorts drunter. So gingen wir eingeharkt zum Rhein. An einer Stelle war eine Treppe. Ich lachte und meinte wir sollten doch schwimmen-, gehen. Doch auch wir 2 hatten an diesem Tag noch ein Stück Verstand. So gingen wir nur bis zu den Knien ins Wasser. Es war kalt, doch noch einiger Zeit gewöhnte man sich dran. Viele Leute staunten über uns und sprachen uns an. Denken sie das sie es sonst getan hätten ? Ich denke nicht. Wieso sollte man auch 2 normale Mädchen ansprechen. Wir waren in diesem Moment aber nicht normal. Wir krempelten bzw. Zogen uns die Hosen wieder an. Ihr fehlte eine Socke. Ich fragte einen Mann auf einem Fahrrad ob er sie gesehen hätte. Er aber lachte nur und schüttelte mit dem Kopf.


Eine weitere Geschichte, Madame.

Wieder Köln. Mal wieder Menschen die ich zum ersten Mal sehe. Mal wieder auf der Dom Platte. Sie kennen den Brunnen dort ? Ich kenne ihn auch. Jetzt wohl besser als so manch anderer. Wir sassen dort und diesmal war es mehr als ein Tag. Es war ein windiger Tag, aber das war okay. Ich krempelte also meine Hose hoch und stieg in diesen Brunnen. Meine Hose war leider etwas zu tief unten, aber selbst das war okay. Es lachten doch sehr viele Leute und manche zückten ihren Fotoapparat. In jede Kamera lachte ich.


Madame, bitte schauen sie jetzt nicht so entsetzt.

Madame, verstehen sie was ich ihnen damit sagen möchte ?

Nein ? Setzten sie sich bequemer hin und machen sie die Augen zu.

Madame – es kommt nicht darauf an wie viele Jahre wir leben. Es kommt darauf an wie viel Leben wir diesen Jahren geben.


Du hast verstanden.


Du sagtest mir, ich würde Augen öffnen. Auch deine. Ich grinste vor mich hin. Merkte grade was für eine Lüge es war.
"Ich habe keine Lust mehr. Auf alles."
Du hattest deine Augen nicht offen. Du hast sie noch zugeklebt. Anstatt sie offen zu haben nimmst du dir täglich ein Brett und hämmerst es dir vor deinen Kopf damit du auch ja nichts siehst.
Ich sage dir die Wunder sein überall. Das ich denke das sie dort sitzen und dich grade auslachen, weil du sie nicht beachtest, sie suchen musst - sie lachen dich aus, weil du nach ihnen schreist und sie vor deinen Augen tanzen. Tanzen. Tanzen - einfach da sind.

Der Blumenstrauss neben mir. Die Dekoperlenkette zum Geschenke ein packen fühlt sich gut in der Hand an. Buntes Papier. Das Gefühl, wenn man sich ins Bett fallen lässt. Das Starten von einem Auto. Das Ziehen an einer Zigarette, wenn man heult. Tränen wegküssen. Inneres Lächeln.
Das sich über kleine, süße Nachrichten freuen. Der Geschmack von Lippen, wenn man vorher Cola getrunken hat. Wasserplätschern. Musik die im Herzen nie aufhört. Du. Wenn die Finger die Klaviertasten berühren. Gitarre spielen. Der Duft eines neuen Buches. Der Geruch an einer Tankstelle.Sommerregen.

.. ich merke - jetzt hast du verstanden. Jetzt sind deine Augen offen.


Hören sie mir zu ?


Ich möchte ihnen eine traurige Geschichte erzählen. Wissen sie was diese so traurig macht ? Das sie wahr ist.

Der Wunsch nach einem Menschen. Das fast erfüllen. Der Tod. Der Tod des Heldens. Große Trauer. Unfassbarkeit. Herzen zersplittert. 'Gedankenamok'. Überall die Herzensscherben. Alles kaputt. Die Tränen wischen das Blut weg. Das Blut das nicht hätte vergossen werden müssen. Wie in all den schlechten Filmen regnet es heute. Seltsam ? Noch seltsamer war der Traum. Heute Nacht. Von diesem Menschen. Erstaunlich, sehr erstaunlich.

Madame. Erklären sie's mir.



Kleinkindergedanken


Jeden scheiß Morgen wacht er auf & denkt sich
Warum muss ich leben ?
Warum muss grade ich diese Scheiße ertragen ?

Jeden Morgen überriecht er den Duft der Jahreszeit.Alles wird als störend empfunden.
Im Winter ist es zu kalt & im Sommer zu warm.
Blumen,Blätter,Schnee - alles ist am stören.
Er versteht die lachenden Kinder nicht die sich Haarreifen aus Gänseblümchen machen,Kastanientierchen basteln oder Schneemänner bauen.
Er versteht die glücklichen sich im Matsch wälzenden Kinder nicht.
Er versteht nicht was an ein paar Murmeln, Steinchen & Federn wunderschön sein soll.
Er versteht nicht was verdammt nochmal so toll an dieser scheiß grauen Welt ist.

Bist du kamst & ihn an die Hand nahmst.



 

Seifenblasenmagie


& fragen wir uns nicht immer öfters

Wofür lebe ich ?

Oft ist es täglich die gleiche Scheiße.

Aufstehen.Schule.Hausaufgaben.Schlafen.
Aufstehen.Schule.Hausaufgaben.Schlafen.usw.

Und das ist doch ziemlich wenig, wenn man sich die Möglichkeiten des Lebens anschaut. Ich denke würden die Menschen mehr auf diese kleinen, wunderschönen Dingen achten, wäre das Leben für sie einfach schöner.Kennt ihr das ? Ihr sitzt in der Bahn - im Bus wo auch immer und so ziemlich jeder schaut traurig aus ? Ich habe oft das Bedürfniss mich neben sie zu setzten & sie zu fragen was denn los sei - aber leider fehlt mir dann doch der Mut.Oder was ist damit - Geschichtsunterricht - ich kenne noch keine Epoche,Zeit in der die Antwort auf die Frage Was meinst du wie es den Menschen damals ging ? nicht "Schlecht" ist.Vllt. sitzten irgendwann Kinder dort & der Lehrer wird fragen "Und Kinder - wie ging es den Menschen die 2010 lebten?" & sie werden "Schlecht" antworten und so unrecht hätten sie bei vielen Menschen leider nicht.

Wir scheitern an allem & jedem.Beziehungen werden die riesen Hindernisse, Eltern & Freunde zu Feinden - Feinde bleiben Feinde, wir verfallen in Süchte und verlieren uns selbst.Unter dem Begriff Alltäglicher Wahnsinn hört das Ganze sich dann noch halbwegs spannend an.

Ich denke Wahnsinn sollte anders sein.Wahnsinn - das ist der Blumenduft der dein Haus durchstörmt, schimmernde Seifenblasen die unbeschwert hochfliegen, bunte Luftballons.


Mein Lachen ist laut


Stell dir vor. Wald. Wald. Wald. Wald. Überall Bäume. Riesig und doch so nah. Du guckst nach oben. Eine Art Häuschen. Kletterst hoch. Du bist erstaunt. Wundervoll sieht es dort drin aus. Richtig stabil. Sogar mit Teppich. Ein kleiner Gasbrenner. Wir machen Tee. Sitzen. Durch das kleine Fenster gucken wir raus. Es dämmert. Trauriges Gucken. Hey - wir sollten uns freuen, dass die Sonne bei ihrem Verlassen wunderschöne Farben hinterlässt und, dass der Mond gleich kommt. Lachen. Aneinanderkuscheln. Reden. Träumen. Was wäre, wenn. Ein leises Rascheln. Angst. -Wer ist da? Vorsichtiges Nachgucken. - nur ein Reh mit seinen Kids.

Abends dann irgendwann aus dem Hochsitz klettern. Hand in Hand über Stöcke klettern. Die umgefallenen Bäume von Kyrell. Nach Hause. Buchstabensuppe. - Wörter auf dem Tellerrand zusammensetzen. Zähne Putzen. Wer den meisten Schaum macht gewinnt. Wie immer du. Weiß um das Gesicht. Wir laufen wie Tollwütige rum, bis uns der Pfefferminzgeschmack stört. Sich umziehen. Die tollen Schlafanzüge, die rutschen. Du weißt welche ich meine? Die mit den Bärchen drauf, genau die. Sich noch einen Film reinziehen. Popcorn. Erst in der Schüssel, dann am durch die Lüfte fliegen. Wer trifft den Ausschnitt? Film zu Ende. Abspann. Diskutieren. Guter Film. -Schlechter? Lieblingsszene? Feststellen, dass das eigene Leben besser ist. Sich hinlegen. Licht ausknipsen. Reden, reden, reden. Plötzlicher fetter Heißhunger auf Pizza. Nach unten tapsen. Pizza machen. Sich auf die Terrasse setzen. Stille. Nur ein paar Gräser. Grillen und du. Du wie du schmatz. Der Käse hängt dir aus dem Mund. Lachen. Laut und befreiend. Ma wacht auf. Raus gucken. Mit einem Lächeln und sanfter Stimme sagen, dass wir bald auch schlafen sollen. Irgendwann tun wir das. In einem Bett. Nicht wie geplant

in 2.Morgen. Früh, raus gehen. Die Pferde auf der Koppel, hinterm Haus sind auch schon wach. Sie kommen angetrabt. Das Fohlen, wir nannten ihn My blue heaven, nach einem der bekanntesten Rennpferde, kam angetrabt. Kopf erhoben. Stolz wie ein Pferd zu seinen hat. Seine Nüstern geweitet. -den Kopf in den Haaren. Wühlt drin rum. Man sieht, dass du's doch recht lustig findest. Immerhin bläst er zwischendurch an deinem Hals rum. Die mitgebrachten Äpfel sind in Sekunden vertilgt. Rein gehen. Schublade auf. Müsli raus. Schublade zu. Müsli einschütten. Milch drüber. Löffel rein. Schublade auf. Müsli rein. Schublade zu. In’ s Bett nehmen. Erstaunlich warm ist es unter der Bettdecke. Liegt es daran das wir zu zweit sind, es uns vorher kalt war oder sie einfach noch angewärmt war? Egal. Egal. Alles egal. Zu viele Gedanken über die falschen Sachen. Essen. Nein. Mehr mampfen. Sich beeilen. In die Anziehsachen schlüpfen. Netterweise leihst du mir ein paar Socken. Meine vergessen. Wie schon so oft. Routineangelenheit. Raus. Kurz zum Nachbarshaus. Den Hund & den dazugehörigen Besitzer grüßen. Er ist auch schon fertig. Seine Schwester kommt, winkt uns. Wir schwingen uns auf die Fahrräder. Ich nehme das von deiner Ma. Netterweise. Zu dritt fahren wir los. Noch ein Stopp. Noch ein Stop.5 sind wir. Jeder hat was mit. Wir das trinken. Irgendwann, halten. Umblicken. Perfekt. Paradies - auch Strecke genannt. Eine Bmx-Strecke dich sich unsere Jungs mit den Jungs aus dem Nachbardorf aufgebaut haben. Am Rand ein Stück wisse, ein alter Baumstamm gilt als Bank. Sachen hinschmeißen & erstmal eine Runde über die ganzen Hügel fahren. Die Haare flattern im Wind. Jeden Moment könnte man stürzen. - doch nichts passiert, wir fliegen einfach nur über die Bahn. Fliegen. Fliegen. Fliegen. Frei. Frei. Frei.! Niemand kann uns etwas verbieten. Wir sind die größten an diesem Tag. Die Reifen quietschen nur so. Jemand, kommt auf die Idee, ein Rennen zu machen. Gebongt, dabei! Auf die Plätze, fertig, los. Staub wirbelt auf. Wir haben die Rundenzahl nicht ausgemacht. Egal. Egal. - Es hätte auch mit Rundenzahl keinen Sieger gegeben. Nach einiger Zeit hören wir auf. Müde. - aber glücklich. Diskutieren drüber wer der Beste war .Kein Ergebnis.Wir fressen das mitgebrachte auf. Und dann. Passiert. Erstmal. Nichts. Einfach nichts. Stille. Dummer Witz. Stille. Dummes, lautes Loslachen! Wir sind glücklich, dass hört sogar ein Tauber. Das wir glücklich sind, dass steht wahrscheinlich irgendwo in blinkender Schrift. Einen halben Tag haben wir noch. Wir fahren weiter. Wohin? Na ganz klar ! Badeweiher. Ein Naturschwimmbad. Ein einbetonter Kasten, mit Wasser drin. Ende. Nein - wir haben die Molche und die 2 ausgesetzten Goldfische vergessen. Wer zuerst einen Molch - einen weiblichen- ,wir wollen die Sache ja schwieriger machen, kriegt den letzen Corny. Alle schreien rum. Das Corny wird dann doch geteilt, was bei 5 Leuten für Jeden nur 2 Körnchen sind Egal, das Beste Essen seit langem. Badesachen haben wir nicht an. Wofür auch? Brauchen wir nicht. Wir springen einfach so rein. Kurze Hose, T-shirt sind halt doch besser als jeder Badeanzug. Wir stippen uns unter, lachen, springen wett. Wer kriegt die Beste Arschbombe hin? Nachher trocknen in der Sonne. Gespräche. Nicht lustig. Ernst, aber schön. Wundervolle Atmosphäre. Nur wir 5 - für immer - wie die Musketiere, nur mit 2 mehr. Wir 5 für immer. Die Sonne brennt auf der Haut. Ein wunderschönes Brennen. Darüber reden, was man später mal werden will. Witze. Ohne lachen geht halt doch nicht, an so einem wunderbaren Tag! Der Tollste Sommer unseres Leben. - Das erste mal das wir 5 uns einig waren.“




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